Wer war der Heilige Martin von Tours?
Eine historische Person! Martin (* um 316/317 in Savaria, römische Provinz Pannonia prima, heute Szombathely, Ungarn; † 11. November 397 in Candes bei Tours im heutigen Frankreich) war zunächst ein römischer Soldat. Er ließ sich mit ca. 20 Jahren taufen und wurde Christ.
Später zog er sich in eine Einsiedelei zurück. Er wurde Mönch, Priester und Bischof. Er war für seine Güte und Großzügigkeit bekannt.
Er war einer der ersten Menschen, die nach seinem Tod als Heiliger verehrt wurden und der nicht für seinen Glauben gestorben ist. Aber er hatte sein ganzes Leben Christus und den Menschen in Liebe geschenkt. Somit hatte er auf eine „unblutige“ Weise sein Leben gegeben.
Was ist ein Heiliger? Was ist eine Heilige? Heilig (von lateinisch sacer „heilig“, „göttlich“, „geweiht“) heil werden, dazu ist jeder Christ, jede getaufte Christin berufen. Es ist die Vollendung unseres Lebens in Gott, der einzig heilig ist. Es meint, ganz aus dem Willen Gottes zu leben und sein Leben ganz Gott anzuvertrauen. So finden wir gleichzeitig auch ganz zu uns selbst. So werden wir ganz „glücklich“, unser Leben erfüllt sich. Glücklich meint nicht happy kleppi. Lieben heißt auch Leid zu tragen und für andere „etwas“ aufzugeben. Gott ist bedingungslose Liebe. Menschen, die ganz aus Gott heraus leben, wollen daher, was wahrhaftig gut ist für den anderen. Heilige sind keine „Hochleistungschristen“! Christus selbst macht sie zu liebenden Menschen, und gleichzeitig entscheiden sie sich selbst dafür, sich von Jesus verwandeln zu lassen. Gott zwingt uns nie, in IHM unser „wahres Glück“ zu finden.
Die katholische Kirche stellt nach dem Tod eines Menschen fest: Das war ein Heiliger. Das war eine Heilige. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht viel mehr Verstorbene gibt, die ein heiligmäßiges Leben geführt haben. Christen hoffen, dass Gott ihr Leben nach dem Tod im „Himmel“ vollendet. Der „Himmel“ ist ein alter Begriff für die vollkommene Gegenwart Gottes. Wenn wir nach dem Tod bei Gott leben, dann wollen wir wie Gott bedingungslos lieben, sonst können wir ja keine Gemeinschaft mit ihm haben. Für jemanden zu beten heißt: Das Gute für den anderen wollen! Im „Himmel“ beten die Heiligen für uns. Sie bitten Gott, dass auch wir für uns jeden Tag neu dafür entscheiden, uns von Gott lieben zu lassen und auf diese Liebe in einem Leben der Vergebung, der Güte, des Gebets, des Hinhörens, der Freude in Gott und der liebenden Geduld zu antworten.
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St. Martinsumzüge im Überblick