#OutInChurch

11. Februar 2022
Pastoralverbund
Mitarbeitende in Kirche legen sexuelle Orientierung offen. Was tut die Kirche?

Keine Kündigung wegen Outing

Generalvikar Alfons Hardt will kirchliches Arbeitsrecht fortentwickeln.

Aufgrund der fortbestehenden Irritationen stellt Generalvikar Alfons Hardt für das Erzbistum Paderborn klar, dass keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter befürchten muss, allein aufgrund der Offenlegung ihrer beziehungsweise seiner sexuellen Orientierung oder der Eingehung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder gleichgeschlechtlichen zivilrechtlichen Ehe gekündigt zu werden. Generalvikar Hardt betont zudem nochmals, dass er sich für eine zügige Fortentwicklung des kirchlichen Arbeitsrechts einsetzt.


Wertschätzende Pastoral für queere Menschen

Diözesaner Arbeitskreis „Queersensible Pastoral“ nimmt zum 1. Januar 2022 im Erzbistum Paderborn Arbeit auf

Im Erzbistum Paderborn wird zum 1. Januar 2022 im Auftrag von Erzbischof Hans-Josef Becker ein diözesaner Arbeitskreis „Queersensible Pastoral“ seine Arbeit aufnehmen. „Es ist mir ein Anliegen, dass in unserem Erzbistum eine zugewandte Pastoral für queere Menschen verwirklicht wird, durch die queere Menschen sich angenommen und willkommen fühlen“, sagt Erzbischof Becker. Der neue Arbeitskreis wird dafür sorgen, dass queere Menschen und ihre Erfahrungen in der Erzdiözese sichtbar werden – dies ist im Zielbild für die künftige Entwicklung des Erzbistums klar festgelegt.

Angenommen und willkommen

„Ich wünsche mir für queere Menschen in Kirche und Gesellschaft schon lange die Etablierung einer wertschätzenden Pastoral“, macht Erzbischof Hans-Josef Becker deutlich. Eine solche Pastoral ist auch im Zielbild 2030+, das vor rund zwei Monaten beim Diözesanen Forum vorgestellt wurde, verbindlich festgeschrieben worden: Ausgangspunkt allen pastoralen Handelns müsse die Lebenswirklichkeit der Menschen in all ihrer Vielfalt sein. „Wir fördern auf diözesaner und überdiözesaner Ebene eine Kultur der Wertschätzung unterschiedlicher Lebensentwürfe und setzen uns für den Abbau von Diskriminierungen ein. Dies umfasst auch geschlechtersensible und queersensible Pastoral“, lautet die Festlegung im Zielbild.

 

Zentrales Ziel des von Erzbischof Becker errichteten Arbeitskreises sei es, für queere Menschen und deren Angehörigen eine menschenzugewandte Pastoral zu verwirklichen und Räume des Angenommen- und Willkommen-Seins zu eröffnen. Gleichzeitig soll der Arbeitskreis dazu beitragen, die Voten des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland in der pastoralen Praxis des Erzbistums Paderborn umzusetzen. Darüber hinaus wird es zu den konkreten Aufgaben des Arbeitskreises gehören, bereits existierende Aktionen, Formate und Gottesdienste im Erzbistum Paderborn für queere Menschen zu bündeln, Ansprechpersonen in Dekanaten, Pastoralen Räumen und Verbänden zu identifizieren sowie eine überdiözesane Vernetzung auf- und auszubauen.

Sieben Mitglieder

Der neue Arbeitskreis „Queersensible Pastoral“ des Erzbistums Paderborn wird im Januar 2022 zum ersten Mal tagen. Zur Mitarbeit berufen wurden:

 

  • Jana Hansjürgen (externe Expertin)
  • Pastor Lars Hofnagel (Studierendenpfarrer in Bielefeld)
  • Dorothee Holzapfel (Stv. Leiterin Katholische Erwachsenen- und Familienbildung Südwestfalen)
  • Leonie Jedicke (Fachstelle Personal- und Organisationsentwicklung, Diözesan-Caritasverband)
  • Pfarrer Bernd Mönkebüscher (Leiter der Pastoralverbünde Hamm-Mitte-Osten und Hamm-Mitte-Westen)
  • Melina Sieker (Bereich Schule und Hochschule, Abteilung Schulpastoral, Mentorat, Erzbischöfliches Generalvikariat)
  • als Leiterin des Arbeitskreises: Indra Wanke (Bereich Pastorale Dienste, Abteilungsleitung Pastoral in verschiedenen Lebensbereichen im Erzbischöflichen Generalvikariat).

 

„Der Arbeitskreis nimmt in dieser Zusammensetzung nun seine Arbeit auf, ist aber offen dafür, noch weitere Perspektiven mit Blick auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt einzubinden“, erklärt Indra Wanke als Leiterin des Arbeitskreises.


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